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sonstige turniere 2010/2011

07.12.2010 Nikolausblitzturnier

Sachverhalt:
In der Partie zwischen Axel Schulte und Volker Becker zog Axel seinen Springer aus einer Königsfesselung, so dass Axel,s  König bei Volker am Zug im Schach stand. Volker schlug den König und drückte wahrscheinlich auch in beiderseitiger Zeitnot die Uhr. Volker war der Meinung, die Partie nun gewonnen zu haben.

Axel wies in höflich darauf hin, dass seiner Meinung nach das Schlagen des Königs nicht erlaubt sei und ebenfalls ein ungültiger Zug sei. Der korrekte Weg sei, die Uhr anzuhalten und ohne einen Zug auszuführen (also den König zu schlagen) Gewinn wegen eines ungültigen Zugs des Gegners zu reklamieren.

Um Streit zu vermeiden gab Axel trotz der strittigen Situation die Partie auf

Regelauslegung Stand Februar 2006
Volker ließ die Sache keine Ruhe und er recherchierte im Internet. Dort fand er folgende Offizielle Regelauslegung der Schiedsrichterkommission des DSB / Februar 2006:


"Das Schlagen des Königs im Blitzschach wird als Reklamation weiterhin akzeptiert. Der Reklamierende gewinnt also die Partie. Nach Auffassung der Schiedsrichterkommission des DSB macht ein Spieler, der im Blitzschach den gegnerischen König schlägt, nichts anderes, als den Gewinn nach einem regelwidrigen Zug des Gegners zu beanspruchen (Anhang C.3 Satz 2 der FIDE-Regeln).
Der fragliche Spieler soll aber verwarnt werden, weil die Art seiner Reklamation gegen Artikel 1.2 Satz 3 der FIDE-Regeln verstößt."


Regelauslegung Stand Januar  2010
Auch Axel ließ die Sache keine Ruhe und er recherchierte ebenfalls im Internet. Dort fand er folgende aktuelle Regelung der Schiedsrichterkommission des DSB, die im Januar 2010 verabschiedet wurde.


"Um eine einheitliche Auslegung auf internationaler Ebene sicherzustellen, wurde die bisher zum Blitzschach vertretene Auffassung, dass das „König-Schlagen“; als Reklamation eines regelwidrigen Zugs gilt, aufgegeben, Die SRK geht nunmehr in Übereinstimmung mit den benachbarten Föderationen davon aus, dass das König-Schlagen selbst einen regelwidrigen Zug darstellt. Wird nachfolgend die Uhr gedrückt, darf der Gegner Gewinn reklamieren."

Daraufhin hat Volker natürlich die Partie nachträglich aufgegeben, obwohl Axel es ausdrücklich beim alten Ergebnis belassen wollte.

Fazit:
Unser schönes Schachspiel existiert schon seit Jahrhunderten. Aber selbst bei kleinen Vereinsturnieren muss man aufpassen, ob es nicht in den letzten Monaten eine Regeländerung gegeben hat.



 

Platz Name Pkte. W.1 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1   Meyer, Thomas 9,5 44,25   1,0 0,5 0,5 0,5 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
2   Becker, Volker 9,0 39,00 0,0   1,0 0,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
3   Meyer, Sebastian 8,5 38,75 0,5 0,0   1,0 1,0 1,0 0,0 1,0 1,0 1,0 1,0
4   Schulte, Axel 8,5 36,75 0,5 1,0 0,0   0,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
5   Mai, Werner 7,5 30,25 0,5 0,0 0,0 1,0   0,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
6   Lenze, Thomas 6,0 19,50 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0   0,0 1,0 1,0 1,0 1,0
7   Externbrink, Timo 5,0 18,50 0,0 0,0 1,0 0,0 0,0 1,0   0,0 0,0 1,0 1,0
8   Boxberg, Marc 5,0 12,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0   1,0 1,0 1,0
9   Ackerhans, Gerd 3,0 7,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0 0,0   0,0 1,0
10   Gesling, Jürgen 2,0 3,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0   0,0
11   Abke, Manfred 2,0 2,00 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 1,0  

 

Unser diesjähriges Nikolaus-Blitzturnier war mit 11 Teilnehmern sowohl quantitativ als auch qualitativ recht stark besetzt.

Wie so oft bei Blitzturnieren lagen Glück und Pech eng beisammen.

Der Turniersieger Volker Becker (10,0 Punkte aus 11 Partien) hatte, obwohl nicht gläubig, den „Papst in der Tasche“.


In nicht weniger als 4 Partien gewann er in absolut aufgabereifer Stellung dennoch dadurch, dass seine Gegner (Axel Schulte, Sebastian Meyer, Timo Externbrink und Werner Mai) einen ungültigen Zug  (z.B. König  im Schach stehen lassen) machten.

 


Den zweiten Platz erkämpfte sich Thomas Meyer (9,5 Punkte). Als einziger Spieler blieb er unbesiegt. Seine Partie gegen den Turniersieger Volker Becker gewann er klar und deutlich.
In der Schlussrunde gab er jedoch gegen Axel Schulte den dritten halben Punkt ab; ein Sieg gegen Axel hätte ihm den ersten Platz (bessere Unterwertung als Volker) eingebracht.

Pechvogel des Abends war der Drittplatzierte Sebastian Meyer (8,5 Punkte). In zwei Partien war er nur wenige Sekunden vom sicheren Sieg entfernt, als ihm (gegen Volker Becker und Timo Externbrink) ein ungültiger Zug unterlief. Ohne diese beiden Missgeschicke wäre er mit 10,5 Punkten Turniersieger gewesen.


Auch den Spielern auf den weiteren Plätzen hat der Blitzabend viel Spaß gemacht, was auch daran lag, dass unser Schatzmeister Gerd Ackerhans den Gabentisch wieder reich gefüllt hatte.


Vielen Dank Gerd!!!